Eine wichtige Botschaft des Kongresses lautete: Forderungsmanagement funktioniert abteilungsübergreifend. Dies zeigten Praxisbeispiele etwa von der DaimlerChrysler Bank AG, der HEW AG oder der Hamburger Sparkasse eindrücklich. „Es ist sehr interessant zu hören, wie andere Unternehmen aufgestellt sind“, sagte Manuela Blank, Kreditmanagerin bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, die seit einem Jahr einen ganzheitlichen Forderungsmanagmentansatz verfolgt. „Wir stehen schließlich alle vor den gleichen Problemen, und hier kann ich Kontakte zu Leuten in ähnlichen Positionen knüpfen, um mich auch später noch auszutauschen.“ Referent Olaf Jobmann, Leiter des Forderungsmanagements bei der HEW AG, ergänzte: „Da hier so viele Branchen vertreten sind, entstehen wertvolle Netzwerke.“
Besonders das Für und Wider von Scoring wurde viel diskutiert. „Scoring spart effektiv Geld“, wies Stefan Wiesweg von der DaimlerChrysler Bank AG am Beispiel seines Hauses nach. „Denn statt jeden Kunden zu prüfen, können die Mitarbeiter ihre Energie auf nicht eindeutige Fälle konzentrieren“, so der Experte. „Solche Praxisbeispiele sind sehr hilfreich“, urteilte Rudolf Keßler, Kreditmanager bei der BayWa AG nach den Ausführungen. Teilnehmer Alfons Rütschle, Prokurist bei der Wincanton Trans European GmbH, fügte hinzu: „Der Kongress bietet einen wirklich guten Querschnitt von Themen. Ich nehme viele neue Denkanstöße mit.“
Weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung: Was ändert sich unter Basel II? „Viele Unternehmer fürchten das Regelwerk grundlos“, fand Professor Christoph Börner von der Universität Düsseldorf. „Es sieht Dinge vor, die ein guter Kaufmann bei der Unternehmensführung sowieso beherzigen sollte. Nur Versäumnisse bringt Basel II ans Licht.“
Doch wie wird ein Unternehmen (wieder) fit für die Zukunft gemacht? Key-Note Sprecher Dr. Michael Otto, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, betonte am zweiten Tag den wachsenden Stellenwert von Eigenkapital als Garant für Unabhängigkeit. Seine Meinung: „Der Schlüssel zur Stärkung des Eigenkapitals liegt in der Nutzung innovativer Finanzinstrumente.“ Eine klare Aufforderung. Doch welches Instrument zu welchem Unternehmen passt, das muss individuell geprüft werden. „Es geht immer darum, die Balance zwischen Innovation und Risiko zu wahren“, so Scherer.
Zur Balance zwischen Ernst und Entspannung konnte der Kongress nach dem ersten Veranstaltungstag auch noch beitragen: Ausgelassene Stimmung herrschte am Abend im alten Wasserwerk in Berlin. „Eine tolle Location und das perfekte Kontrastprogramm zu den informativen Tagen“, schwärmte Evelyn Witerzens von den VGH Versicherungen.